Das YHA Hostel in Brighton war schon ausgebucht, als wir unseren Trip organisierten. Und in Littlehampton gibt es, außer einem recht netten Kieselstrand samt kleinem Hafen, nicht viel zu sehen. Deshalb ging es heute nach dem Frühstück gleich für eine knappe Stunde ins Auto und ab in eins der beliebtesten Seebäder der Briten – Brighton.
Dass Parken dort nicht billig ist, wussten wir schon vorher, aber Frau H. hatte natürlich vorher im Netz eine preislich und verkehrstechnisch günstige Parkgelegenheit identifiziert. Von dort waren wir in drei Minuten an der Standpromenade und sahen auch schon auf die Baustelle von Brighton360 – einer 145 Meter hohen stahl-gläsernen Aussichtsfahrstuhlplattformattraktion, die 2016 eröffnen soll. In anderen Englischen Seebädern wäre dies gnadenlos überdimensioniert, aber hier gibt es – direkt an der Uferstrasse – prunkvolle zehngeschossige Hotels aus dem Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Und wenn man über die hinweg schaut, sieht man niedliche kleine enge Gassen mit Villen und Reihenhäusern im verschnörkelten Bäderstil. Und auf der anderen Seite kann man 11 Kilometer Kieselsteinstrand, das Stahlgerippe des vor Jahren abgebrannten West Pier, den bekannten Brighton Pier oder die Schönheit des indisch anmutenden Royal Pavilion bewundern.
Überhaupt kam in dieser Stadt das erste Mal so etwas wie Großstadtfeeling auf. Hier ist alles noch etwas bunter und lauter. Vielleicht liegt das an den zahlreichen Regenbogenfahnen, den Musikern und Künstlern an der Promenade, den erfreulich vielen Händchen-haltenden homosexuellen Pärchen jeden Alters oder der noch freieren – und trotzdem unfallfreien – Interpretation der englischen Verkehrsregeln. Wie dem auch sei, wir haben uns in dieser Mischung sehr wohl gefühlt.
Nach einem Atlantikbad des älteren Fräulein H. und Herrn H. mit anschließendem familiären Sonnenbad (inkl. Sonnenbrand) ging es wieder zurück ins beschauliche Littlehampton, um im Hostel auf die nächste deutsche Familie zu treffen, die auch im Elmscot Bunkhouse waren. Die Welt der YHA’s ist erstaunlich klein – und überraschenderweise voller deutscher Familien.

Über den Autor: Thomas

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